PRESSE/ Tourtagebuch

INTERVIEW SCHLEPPHODEN - Taugenix 10 / 2009
Kennen gelernt hatten wir uns schon vor ein paar Jährchen auf einem Festival,
als Sid & Meiky nach einem kleinen Plätzchen für den Verkauf
ihrer Sachen suchtenund diesen dann an unserem Taugenix- Stand fanden. So
verbrachte man das Wochenende mehr oder weniger gemeinsam, wobei einige interresante
Gespräche entstanden und die Nächte ziemlich lang wurden. Mit ihrem
Album ULTIMA RATIO , landeten die Vier einen Volltreffer auf dem Deutschpunk
- Himmel und sind längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Wie es nun
weitergehen soll , wann wir was neues erwarten können und so einiges
mehr, lassen wir uns mal von Frontfrau Meiky & Gitarrero Sid erzählen
!
TAUGENIX:
Seid gegrüßt Ihr Halunken! Ich muss ehrlich gestehen, als ich den
Bandnamen zum ersten Mal hörte, stellten sich ein wenig meine Nackenhaare
auf, und mein erster Gedanke war, schlechter, unpolitischer Rumpelpunk. Nun
haben sich meine Befürchtungen in keinster Weise bestätigt. Politik,
sowie der Drang zur Veränderung wird bei Euch groß geschrieben.
Ist es eine Bandinterne Krankheit, oder wie seid Ihr auf diesem Namen gekommen?
SCHLEPPHODEN:
Bei Schlepphoden handelt es sich um eine recht schmerzliche und äußerst
lästige Lympherkrankung, die den betroffenen Menschen genau dort trifft,
wo er am empfindlichsten ist. Genau wie wir!
* Grins *
…..Neeeeee, mal im Ernst.....
Ich glaube, der Begriff „Schlepphoden“ wird offiziell lediglich
in der Kaninchenzucht verwendet. Dort bezeichnet er ein lang herabhängendes,
schlaffes Skrotum, verursacht durch eine schwache Hodenmuskulatur.
Eben dieses „Phänomen“ habe ich vor vielen Jahren mal bei
einem Herren gesehen. Für meine damals noch sehr sensiblen Teenagernerven,
war es kaum zu begreifen, dass man sich damit überhaupt vernünftig
bewegen kann. Ich war tatsächlich etwas schockiert.
Als wir ein paar Jahre später nach einem Namen suchten, der leicht im
Gedächtnis bleibt, erinnerte ich mich an genau diesen Moment und der
Begriff Schlepphoden kam mir in den Sinn.
An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich betonen, dass es für
unseren Namen NIE einen pornografischen oder einen sonstigen, wirklich antößigen
Hintergrund gab. Die Idee entstand tatsächlich und völlig unspektakulär,
einzig und allein durch den Anblick dieser anatomischen Fehlbildung.
…...Ich gebe zu, es ist ein echt beschissener Name, aber in unsere Szene
ist das ja auch nicht unbedingt ein Einzelfall. Ich habe schon oft erlebt,
dass sich hinter einem bescheidenen Namen, eine kleine Perle verbirgt.
Angefangen haben wir damals wahrscheinlich tatsächlich mit eher mittelprächtigem
oder sogar schlechtem Rumpelpunk.
Als unpolitisch haben wir uns dagegen nie bezeichnet. Wir hatten schon immer
eine Meinung und die haben wir in den 13 Jahren Bandgeschichte, auch aktiv
vertreten. Allerdings haben wir dazugelernt und durften jede Menge Erfahrungen
sammeln. Aus diesem Grund sehen wir Vieles heute natürlich mit ganz anderen
Augen.... Ich denke anderen Bands geht es genau wie uns und so kommt es auch,
dass die Bandnamen oft nicht auf die Musik hindeuten, die einem letztendlich
geboten wird.
TAUGENIX:
Gab es denn schon mal irgendwelche Vorwürfe, dass Euer Bandname pornografische
oder sonstige anstößigen Hintergründe hätte, oder warum
betont Ihr das so ausdrücklich?
SCHLEPPHODEN:
Nicht von Leuten, die uns kennen.
Unser Name sorgt allerdings immer wieder für Diskussionen. Überall
werden Menschen dazu angehalten ohne Vorurteile durch das Leben zu gehen,
Dinge, Situationen, Äußerungen usw. zu hinterfragen, um sie nicht
falsch zu verstehen. In der Realität reicht aber z.B. ein Bandname aus,
um komplett "abgestempelt" zu werden. Es ist ja auch viel bequemer,
als sich mit Etwas auseinander setzen zu müssen, um es objektiv beurteilen
zu können.
Diese Oberflächlichkeit kotzt uns an, was im übrigen auch ein Grund
dafür war, dass wir uns gegen einen Namenswechsel entschieden haben.
Wir sind wir, egal welcher Name auf unserem Banner steht!
TAUGENIX:
Oberflächlichkeit ist ein gutes Stichwort! Ich habe das Gefühl,
dass sich Diese in unserer Szene flächendeckend ausbreitet. Es gibt immer
mehr Ausschreitungen und komische Geschehnisse auf Festivals oder Konzerten.
Wie seht Ihr das?
SCHLEPPHODEN:
Ja, Oberflächlichkeit scheint sich schon fast zu einer “Epidemie”
zu entwickeln und eigenartige Vorkommnisse gibt es wahrlich genug. Spielst
du da vielleicht auf etwas Bestimmtes an?
TAUGENIX:
Wenn ich ehrlich bin schon. Es kristallisert sich immer mehr eine gleichgültige
Spaßgesellschaft unter der Punk-Szene heraus, die scheinbar nicht davor
zurück scheut z.B. Nazi-Mukke für normal zu halten, oder Punker
als Hippies und Zecken auf Festivals zu beschimpfen, oder einfach nur zuzusehen
wenn so etwas passiert Wie seht Ihr diese Entwicklung?
SCHLEPPHODEN:
Mmmmmhhh, das ist eine Sache, die uns wütend und zugleich sehr
traurig macht. Ganz besonders die zunehmende Rechtoffenheit und die Toleranz
gegenüber rechtsoffenen Leuten ist für uns absolut nicht zu begreifen.
Woher kommt diese Gleichgültigkeit? Faulheit? Bildungsdefizite? Fehlende
Perspektive? Wer weiß das schon? Zugegeben, es ist nicht immer einfach
in jeder Situation politisch korrekt zu agieren. Es ist nur menschlich, wenn
auch mal etwas ein wenig "daneben" geht. Meist handelt es sich hierbei
sogar nur um Fehlinterpretationen, aufgrund mißverständlicher Situationen
oder Gespräche. Das Leben ist eben kein Ponyhof....
Eine Entschuldung bzw. Rechtfertigung ist das für die teilweise sehr
grotesken Szenen, mit denen man auf einigen Veranstaltungen konfrontiert wird
allerdings nicht.
Stundenlang könnte man sich darüber auskotzen, frei nach dem Motto:
"Früher war alles besser!", in Erinnerungen schwelgen... aber
war es das tatsächlich? ...oder sind wir vielleicht einfach nur reifer
geworden?
Sei es , wie es ist, es muss für diese Entwicklung auch Gründe geben
und diese gilt es ausfindig zu machen.
Anstatt zu jammern, sollten wir vielleicht auch lieber hier aktiv werden und
das Problem beim Schopfe packen, ohne dabei ständig nur anklagend den
Zeigefinger zu heben. Allzu übertriebene Kleinlichkeit (bei banalen Dingen,
die eigentlich niemanden wirklich schaden) könnte hier sogar eher kontraproduktiv
wirken. Durch Aufklärung und Unterstützung gelingt es uns eventuell
irgendwann, das Interesse am globalen Geschehen, sowie die Lust auf politisches
und/oder gesellschaftliches Engagement zu wecken. Das alles näher zu
erläutern würde wohl den Rahmen sprengen, doch bevor jemand etwas
falsch versteht (oder einfach nur Interesse besteht), bitte einfach mal nachfragen.
TAUGENIX:
Euer aktuelles Album, 2007 erschienen, trägt den Namen „ULTIMA
RATIO“ und wurde im „Sonic Temple“ auf Mallorca eingespielt.
Wie kam es dazu, seine Ideen und Vorstellungen nach Malle mitzunehmen um dort
aufzunehmen?
SCHLEPPHODEN:
Da hatten wir einfach Bock drauf.
Die Vorbereitungen für das Album waren fast abgeschlossen und wir mussten
uns für ein Studio entscheiden. Letztendlich kamen drei in die engere
Auswahl.
Für den Sonic Temple haben wir uns aus verschiedenen Gründen entschieden.
Zum Einen reizte uns die analoge Aufnahme. Unserer Meinung nach ein ehrlicherer
Sound.
Zum Anderen war es wohl auch eine gehörige Portion Bauchgefühl.
Das Wetter auf Malle ist im März dann doch besser als hier und das Meer
nur ein paar Schritte entfernt . Da fällt die Wahl nicht wirklich schwer.
TAUGENIX:
Ihr seid nun auch schon über zehn Jahre zusammen am Rocken, habt so einige
Bühnenbretter bestiegen und so manche Tanzbeine zum schwingen gebracht.
Jedoch gibt es bei einigen Eurer Bandmitglieder Einschränkungen, die
wahrscheinlich kaum Einer vor der Bühne merkt. Wie weit, wenn überhaupt,
schränkt Euch das ein?
SCHLEPPHODEN:
Willi und Jojo haben eine starke Sehbehinderung. Willis Sehkraft beträgt
z.B. nur noch 4%, aber als wirkliche Einschränkung empfinden wir das
zumindest für die Band nicht. Alles was zum musizieren benötigt
wird, funktioniert und ansonsten gibt es ja auch noch andere Bandmitglieder
die gerne mal mit anpacken. Es wird im Leben eben immer mal wieder Dinge geben,
die man einfach hinnehmen muss.
Beim Auf- und Abbau läuft vielleicht nicht immer alles glatt und das
Drumherum ist hin und wieder etwas aufwendiger. Während des Gigs gibt
es aufgrund dessen jedoch kein Problem mehr. Es ist jedenfalls noch keiner
von der Bühne gefallen.
TAUGENIX:
Mit anderen Worten: Willi spielt fast blind Schlagzeug?
SCHLEPPHODEN:
Ja, das ist richtig. Das spielen ist für ihn kein Problem, er weiß
ja wo alles ist. Nur die Leute vor der Bühne kann er leider überhaupt
nicht erkennen und das macht ihn manchmal schon ein wenig traurig. Ein super
geiles Publikum kann man allerdings auch
hören.
TAUGENIX:
Wie es im Moment aussieht, wird Jojo, der sonst den Bass gekrault hat, die
Band verlassen, was auch heißt, dass Ihr nach einem Ersatz sucht. Welche
Gründe stecken dahinter und gibt es schon jemanden in engerer Auswahl,
der seinen Platz einnehmen soll?
SCHLEPPHODEN:
Ja, leider wird uns Jojo am Ende des Sommers aus zeitlichen Gründen verlassen.
Wir bedauern das sehr, obgleich Jojo erst seit ca.1 ½ Jahren zu uns
gehört.
Schon damals war seine Zeit knapp bemessen und so haben wir ihn gebeten uns
wenigstens bei einigen Gigs auszuhelfen. Ein kompletter Einstieg in die Band
stand eigentlich völlig außer Frage. Letztendlich hatten wir so
viel Spaß miteinander, dass wir viele, viele Konzerte mehr gemeinsam
spielten als ursprünglich geplant. Auf Dauer funktioniert das allerdings
nicht. Jojo wohnt in Hamburg und muss für jede Probe ca. 3 Stunden Bahnanreise
einplanen. Das ist einfach zu viel Aufwand und ein Grund dafür, dass
wir auch eher selten alle gemeinsam proben. Hinzu kommen zusätzliche
Verpflichtungen auf seiner Seite.
Kurzum, wir wollen nach Möglichkeit regelmäßig proben und
eine Menge Konzerte spielen und dafür suchen wir jetzt einen halbwegs
adäquaten Ersatz für unseren Rhythmusdulli. ;-)
Bassisten sind in unserer Gegend absolute Mangelware, weshalb auch noch niemand
so wirklich in Frage kommt. Alle angekündigten Gigs spielen wir natürlich
trotzdem. Dort werden uns zur Not vorerst befreundete Bassisten aushelfen.
Wer Bock hat in der Übergangszeit ein paar Gigs mit uns zu spielen, kann
sich auch gerne melden. Wir hoffen aber, dass bis dahin schon jemand Jojos
Platz übernommen hat.
TAUGENIX:
Ich kann auch Bass spielen, vielleicht bewerbe ich mich! Könnte die Fahrzeit
von Jojo auch durchaus toppen, Celle liegt schließlich noch weiter „unten“
als Hamburg! Und als „langhaariger Metler“ wäre ich mehr
als adäquat...(liebe Leser, dies ist ein Insider bitte nicht wundern)...
Aber mal im Ernst, vielleicht wollt Ihr ja einen gezielteren Aufruf starten,
wäre ja die perfekte Plattform: woher, ab wann, gewünschtes Alter,
Frisur oder Geschlecht....
SCHLEPPHODEN:
Na das wäre doch mal was. Gar kein schlechter Gedanke. Dann könntest
du deine Kompositionen auch mal selbst vortragen und es streichen nicht immer
andere die Lorbeeren ein. ;-) Denk noch mal darüber nach, wir würden
uns jedenfalls freuen.
Ansonsten stellen wir gar keine so hohen Ansprüche. Blonde Locken wären
auf jeden Fall von Vorteil, da haben wir uns ein wenig dran gewöhnt ....*grins*
Wir proben in der näheren Umgebung von Parchim, vorrangig an den konzertfreien
Wochenenden. Das dürfte für unsere zukünftige Bassbesetzung
kein, bzw. kein größeres Problem darstellen. Volljährigkeit
wäre auch nicht schlecht, sonst gibt es immer Ärger mit den Eltern
und Jugendschutz und so.....aber auch das alles kann man sicher irgendwie
regeln. Kreative Köpfe sind in der Band sehr willkommen, es würde
im Prinzip aber auch die Fähigkeit ausreichen, dass vorhandene Material
in relativ kurzer Zeit zu erlernen. Es muss unter dem Strich einfach irgendwie
passen.
Schon am 29.August spielen wir unseren letzten Gig gemeinsam mit Jojo. Die
Stelle ist also “ab sofort” ausgeschrieben.
TAUGENIX:
Wie soll Eure musikalische Zukunft weiter aussehen? Gibt es schon fixe Pläne
für ein neues Album oder ähnliches?
SCHLEPPHODEN:
Wir sind fleißig am arbeiten und es steht auch schon ein Konzept für
das neue Album. Was am Ende tatsächlich dabei heraus kommt, wird sich
dann zeigen, denn wir sind Meister darin, immer alles anders zu machen, als
geplant.
Dieses Jahr wird das Album wohl aber nicht mehr erscheinen. Bei den Produktionen
legen sehr viel Wert darauf, dass jedes Bandmitglied seinen persönlichen
Einfluss mit einbringt. Nur so kann man ehrliche Musik produzieren und nur
so kann jeder 100 %ig dahinter stehen. Darum würden wir das restliche
Material gern mit unserem zukünftigen Bassisten produzieren. Gut Ding
will eben Weile haben.
TAUGENIX:
Nun, mag ich es nicht anderen Würmer aus der Nase zu ziehen, also aus
mit der Sprache wie soll das Konzept denn aussehen? Vielleicht ein Album nur
über Frauen....äh, nein, das gibt’s ja schon... Aber in welche
Richtung wird es sich denn bewegen?
SCHLEPPHODEN:
Da liegst du gar nicht sooo verkehrt. Im Moment sieht es so aus, als würde
sich das nächste Album rund um den Menschen drehen. Das ist ein sehr
breit gefächertes Thema und lässt somit eine besondere Vielfalt
zu. Von ganz trivialen Problemen über politische Opposition bis hinzu
sozialer Kompetenz und unendlich vielen anderen Segmenten, könnte alles
enthalten sein. Wir haben keine Lust auf Phrasendrescherei.
Die Songs beinhalten das, was uns tatsächlich bewegt. Es gibt schon genug
Songs ohne “Seele”.
Wir zeigen euch das, was hinter der Fassade steckt.
Wie das Ganze jedoch konkret umgesetzt wird, bleibt jetzt noch unser Geheimnis.
TAUGENIX:
Stellen wir uns doch mal den Menschen als Ganzen vor. Welche Charaktereigenschaften
stören Euch an Ihm besonders und warum? Und was sind Eurer Meinung nach
seine Stärken?
SCHLEPPHODEN:
Oje, dieses Thema ist wohl nahezu unausschöpfbar. Wo soll man
da anfangen und wo aufhören? Wahrscheinlich kann fast jede beliebige
Charaktereigenschaft sowohl eine Stärke, als auch eine Schwäche
darstellen. Ein Mensch z.B., der liebevoll und zuvorkommend ist, kann im Leben
viele schöne Erfahrungen machen, wird aber auch gern von anderen ausgenutzt.
Damit ihr jetzt keine Ausgabe in Sondergröße drucken müsst,
werden wir uns hier wohl lieber auf ein paar “Gedankenauszüge”
beschränken.
Zum Thema Oberflächlichkeit haben wir uns ja schon geäußert.
Ehrlichkeit und Loyalität sind Eigenschaften, die wir sehr schätzen.
Dabei müssen auch unangenehme Dinge ausgesprochen werden können.
Das ist für uns die absolute Voraussetzung für eine gute zwischenmenschliche
Beziehungen. Außerdem mögen wir Menschen, die den Arsch hochbekommen
mit all den Charaktereigenschaften die dafür nötig sind. Warum?
Es gibt so viel was angepackt werden muss. Nichts wird sich ändern, wenn
alle nur herum heulen. Wer auf eine gute Fee wartet, die für ein “Happy
End” sorgt, sollte lieber seine Märchenbücher wieder raus
holen. .
Zu den Eigenschaften die wir hassen gehört natürlich Verlogenheit.
Gepaart mit Neid ergibt das die schönsten Intrigen. Wobei wir für
Menschen dieser “Gattung” doch eher Mitleid empfinden. Dahinter
steckt oft eine armselige Kreatur, die auf ihr verpfuschtes Leben blickt und
verzweifelt versucht sich doch noch in irgend einer Form zu produzieren. Selbst
nicht in der Lage etwas zu bereißen, beschränkt man sich hier auf
die Diskreditierung anderer Personen und deren Leistungen.
Egoismus, Geltungsdrang Macht- und Geldgier sind die Dinge die uns Menschen
schon bei der Geburt in die Wiege gelegt werden. Dieses Monster schlummert
in jedem von uns, aber wir haben die Möglichkeit es im Zaum zu halten.
Leider gelingt das nicht allen und damit platzt der Traum eines harmonischen
Miteinanders ohne korrupte Politiker und zweifelhaften Legislativ- und Arbeitsprogrammen.
Zu denken gibt uns auch die Manipulierbarkeit des Menschen. Nicht immer schlecht,
denn ohne Diese würden wir vielleicht noch heute mit der Keule in der
Hand am Lagerfeuer sitzen. Ab einem bestimmten Maß sehen wir sie aber
eher als ein Zeichen mangelnder geistiger Selbständigkeit. Der daraus
entstehende Hang zur kollektiven Identität führt früher oder
später zu einer Ent-Individualisierung und die Sensibilität für
das aktuell Geschehende geht verloren. Was daraus entstehen kann, hat uns
schon die Geschichte gezeigt und auch wir haben am eigenen Leib erfahren müssen
was eine Kombination aus Gier, Neid, Verlogenheit und Manipulation bewirken
kann.
Da bleibt nur noch zu sagen: Manchmal hilft auch Denken!
TAUGENIX:
So, genug geklönt. Wir danken für den netten Plausch, drücken
Euch beide Daumen bei der Bassersuche und laufen uns sicherlich demnächst
wieder über´n Weg.
Agnes.
Online Fanzine dremufuestias. de - 18.Okt. 2008
Richtig beeindruckend waren aber SCHLEPPHODEN! Erstma Respekt dafür,
was die für einen Sound ins Waldital zauberten! Da spielt man nunmal
nur über Backline, die Gesangsanlage ist eher schrottig (sorry), da erstaunte
es, wie verflucht gut alle Instrumente zu hören waren. Ich muss es nochma
betonen, obwohl es die meisten hier wissen dürften: SCHLEPPHODEN spielen
KEINEN RumpelPumpelDeutschpunk, sondern fräsen euch ein Brachialpunk-Brett
um die Ohren, sehr tight und mit ‘nem gewissen Metaleinschlag (Ich glaub,
Klampfer Sid ist so’n heimlicher Dimebag Darrel-Fan), obendruff der
räudige, aber melodiöse SchreibrüllGesang von Meiky. Die Sängern
überraschte wieder mit selten offenen und persönlichen Ansagen,
es geht nicht ausschließlich um Politisches wie Kindersoldaten („Maschinerie
des Todes“), sondern eben auch private Dinge („Leben“: „Hab
schon wieder nichts erreicht, hab schon wieder nichts geschafft. Meine heile
Welt ist schrott“ oder „Weisheiten“: „Ich bin zu alt,
um zu spielen und zu jung, um ohne Wunsch zu sein“). Das fand ich ziemlich
geil, denn die meisten Bands verstecken sich doch eher hinter Phrasen oder
allgemeinen Aussagen. SCHLEPPHODEN spielten schön lange und schafften
es dennoch, dass niemand das Interesse verlor, vielmehr ein ordentliches Getanze
und Gepoge abging. Ein Typ grapschte mir dabei ständig annen Arsch –
hm, ob das nu aus Versehen war oder wie soll ich das deuten? Die Stimmung
war auf dem Höhepunkt, als es „1. Feuer und Flamme“ zum Hören
und Mitbrüllen gab, wo denn auch alle einstimmten: „Feuer und Flamme
für diesen Staat, wir werden nicht kampflos untergehen“. Sehr,
sehr geiler Auftritt!
Philipp
Useless - Nr. 101 - 08
Schlepphoden , ultima ratio ( Schicksal Rec. ) Krasser Deutschpunk von der Basis. Wütend,aggressiver Punk ohne viele Schnörkel und texliche Metaphern. Eine Frau am Mikro und ein Sid an der Gitarre. Hier wird die Schnauze mal nicht gehalten und es wird sich gehörig ausgekotzt.Die 13 Songslad ich mir heute noch auf meinen Kasi ! (Carsten)
Punkrockmafia - Juli 08
Schlepphoden -Ultima Ratio-
Arschkartrecords -Bescheuter
geht ein bandnamen ja gar nicht mehr, aber gerade deswegen musste ich mir
die Platte bei real deal records anhören und sie gefiel mir sofort. Deutschpunk
mit weiblichen Gesang, der irgendwie an alte Blutat, Slut`N und heutige Ansicht
X erinnert, Sehr abwechslungsreiche Platte mit verdammt vielen Hits. Der absolute
Überhit ist für mich "tyrannei" (Ignoranz), aber auch
andere gehen sofort ins Ohr rein. Also wenn ihr mal im Plattenladen seid hört
ruhig mal rein und lasst euch nicht vom beschissesten Bandnamen, den ich je
gehört habe abschrecken. Mein Vinyl ist übrigens im schönen
Grün! -monsterschiss
TRUST 127 / 6 - Dez. Jan. 07/ 08
SCHLEPPHODEN "Ultima Ratio" CD - Kurz und schmerzlos, würde ich sagen ! SCHLEPPHODEN - ein Name der in die PUNKROCK-ANALEN eingehen wird !!! Musikalisch bekomme ich hier typischen aber engagierten Deutschpunk mit leicht metallischem Einschlag in den Kopf geschraubt. 13 Songs, die zum großen Teil für Abwechslung sorgen, auch weil Sängerin Meiky einen großen Teil dazu beiträgt. (howie)
SCUMFUCK ´22 - 11.2007
SCHLEPPHODEN „Ultima Ratio” LP / CD (Arschkarte Rec.
/ Schicksal-Rec.) *
Die netten Schleppis aus Parchim haben in ihrem Proberaum die leeren Pullen
eingesammelt, sind vom Flaschenpfand nach Mallorca geflogen, und haben dort
einfach mal ’ne coole CD aufgenommen, die sie nun in Eigenproduktion
auf die Ohren der Welt loslassen. Oder so. Alter Falter, wenn man ältere
Aufnahmen der Band kennt, kann man kaum glauben, dass dies hier wirklich
Meiky mit ihren drei Kollegen ist. Allerfeinster deutscher HC, der die besten
Elemente aus altem 80er Deutschpunk aufgreift und mit schönem Rotz
und Aggression wiederbelebt. 13 Lieder, 45 Minuten Laufzeit – lohnt
sich ehrlich! Tommy
TAUGENIX - 08. 2007
So so, da sind Schlepphoden einfach mal nach Mallorca geflogen um dort ein neues Album einzuspielen. Und so wie sich das anhört, wurde, anstatt sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, wirklich hart gearbeitet. Auf "Ultima Ratio" gibt´s nämlich eine feine Mischung aus Hardcorepunk und Old School D-Punk auf die Lauscher. Stellenweise wirkt der Sound sogar richtig böse, was vor allem an der, immer wieder in Szene gesetzten, Metalgitarre und der donnernden Doublebass liegt. Textlich geht man keine Kompromisse ein, sondern ist vielmehr darauf bedacht, einen Arschtritt nach dem anderen zu verteilen und Songs wie z.B. "Ihr wisst doch, was ihr wollt" oder "Feuer und Flamme" treffen genau dort, wo es weh tut. Sicherlich gibt es auch 1-2 Songs, die mir weniger zusagen, was bei insgesamt 13 Nummern allerdings nur ein Tröpfchen auf den heißen Stein darstellt. Außerdem gleichen dass Knaller wie "Ignoranz" oder "Sinne" sofort wieder aus. Alles in allem haben Schlepphoden mich aber wirklich überrascht und ein brachiales und krachendes Album vorgelegt,das selbst wenn das Tempo mal gedrosselt wird, immer noch voller Wut steckt.
CRAZY UNITED onlinezine - Sep. 2007
SCHLEPPHODEN – ULTIMA RATION LP
(Arschkarte Records, A-Karte-Records@gmx.de)
Von dieser Scheibe gibt es nur schlappe 300 Verkaufsexemplare, sowie 11 Promos
und ich bin wirklich froh, dass ich stolzer Besitzer dieser Scheibe bin, denn
SCHLEPPHODEN spielen phantastischen Punk Rock ohne Schnörkel, der einfach
in die Fresse knallt, ohne viel wenn und aber. Hier gibt es keine langen Solis
oder ähnliches Gedönse, hier wird einfach geradeaus gespielt und
das kann sich wirklich sehen bzw. hören lassen. Der weibliche Gesang
erinnert mich ein wenig an Patti Pattex in früheren Tagen. Also beeilt
Euch, bevor diese LP Ausverkauf ist und ihr Euch schwarz ärgert! 2 FRANK
Plastic Bomb 61 -Winter 2007
SCHLEPPHODEN - ULTIMA RATIO LP
Gut durchdachte Songs und engagierte Texte entschädigen schnell für den Bandnamen und das BUMS - mäßige Coverartwork, das sich zu allem Überfluss ein weiteres Mal auf der Beilage in voller Größe wieder findet. 14x Deutschpunk mit metallischen Gitarrenriffs und derberem Frauengesang, der jedoch aufgrund einer etwas laschen Produktion stellenweise unterzugehen droht. Schlachtrufe BRD Fans sollten zugreifen !!! Björn
Underdog 21 - Herbst 2007
"Ultima ratio" bezeichnet den letzten Lösungsweg,
das letzte Mittel oder den letzten Ausweg in einem Interessenkonflikt, wenn
zuvor alle sonstigen im ethischen Sinne vernünftigen Lösungsvorschläge
verworfen wurden, da mit ihnen keine oder angeblich keine Einigung erzielt
werden konnte.
Diese vermeintliche letztmögliche Lösung die "Ultima ratio“
geht meist nicht konform mit den ethischen Ansichten der einzelnen Handelnden,
weshalb sie nicht vorwiegend angestrebt wird. Dies hindert jedoch nicht daran,
sie dennoch zu benutzen, auch wenn dabei Verluste, seien es materielle oder
menschliche, hingenommen werden müssen. Um die Konfliktlösung zu
erreichen, sind dabei dann viele Mittel recht. SCHLEPPHODEN benutzen dafür
ihre Musik und die Texte und setzen auf eine direkte, klare Sprache: Schrei
es raus, ich will nicht meine Schnauze halten, keine Lust auf eure Lehren,
ich glaube nicht an Gott/ich will leben. Das Ende ist dann die Informationsüberdosis
durch die optische und akustische Reizüberflutung. "Ihr wisst doch,
was ihr wollt, warum handelt ihr dann nicht?" Sängerin Meiky wechselt
zwischen angepisstem Energiebündel und hechelndem Pittbull hin und her
und beuntzt die Wortfetzen wie Giftpfeile. Gitarrist Sid liebt die Kerry-King
Pose, hält sich aber zum Glück mit nervigen, störenden Soli
zurück. Die Songs sind insgesamt hart wie der Stuhlgang nach Fastfood
und zünden wie der alte Strich 8 Dieselmotor. Ich weiß beim besten
Willen nicht, wie Meiky den Schlepphodengang bewältigt...oder ob sie
sich dadurch diskriminiert fühlt. Der Name ist aber nicht Programm und
in der praktischen Ausführung offenkundig wie ohrenscheinlich nebensächlich.
Was bleibt ist eine gute Konfliktlösung, um eigene Vorurteile abzubauen.
OX-fanzine 73 - August-September 2007
"Ultima Ratio" heißt das in diesem Jahr erschienene neue Album der SCHLEPPHODEN. Der Sound der Band um Frontfrau Meiky geht schon etwas in die härtere Richtung. Die aggressiven und mit tiefer Stimme vorgetragenen Titel tendieren einige Male zum Hardcore. Aber es geht auch anders, so sind zum Beispiel auch einige ruhigere Titel und eine schöne Funpunk-Nummer ( "Ich wache morgens" ) auf dem Album. Der beste Titel kommt jedoch zum Schluss. "Feuer und Flamme" heißt er und dabei handelt es sich um eine Aufforderung gegen Ungerechtigkeiten im Staat anzugehen und zu kämpfen. ...
MUSICSCAN - 27.07.2007
Arschkarte Records wieder aktiv - Das Label Arschkarte Records meldet sich nach längerer Pause mit neuen Veröffentlichungen zurück, die ab sofort zu haben sind. Dabei handelt es sich um dieVinyl-Version der dritten Scheibe der Parchimer DeutschPunker Schlepphoden, "Ultima Ratio" , nach ihrer CD und der lange ausverkauften Split-EP mit Ungunst. Die Musik ist wesentlich reifer geworden, ohne aber den rauhen Charme der ersten Veröffentlichung zu verlieren. Wesentlich verbessert klingt auch die Stimme der Sängerin Meiky. Hier gibt es 14 Knallersongs incl. des Hits "Feuer & Flamme" . Das ganze ist auf 300 Kopien limitiert, wird nie nachgepresst werden, kommt dafür aber in grünem Vinyl, handnummeriert im Vollfarbcover und mit Textblatt !
BAND - INFO
1996 - Die Erkenntnis das Vieles nicht so läuft,
wie es einem suggeriert wird.
Die Welt versinkt in Scheiße und kaum jemand wehrt sich dagegen. Jede
Menge Wut brodelt im Bauch und verlangt mehr und mehr nach Eigeninitiative.
Allgegenwärtige Regeln und Zwänge lassen den Wunsch nach einem ungezwungenen
Leben reifen. Der Käfig wird enger und enger, bis nicht mal mehr genug
Luft zum atmen bleibt.....
Vernichtende Gitarrenklänge gestützt von
einer donnernden Doublebass sind das Ergebnis.
Brachialer, krachender, kompromißloser Hardcorepunk, voll auf die Fresse!!!
Live auf keinen Fall für Leute mit Herzschrittmacher geeignet!
Inhaltlich, oft sehr persönlich, trifft es nicht selten genau den Punkt
an dem es weh tut.
Wird in einem Moment klar und direkt abgerechnet, werden im Folgenden tiefsinnige
Gedankenanstöße verteilt, die ihre komplette Wirkung meist erst
im Nachhinein entfalten.
Ein verbaler und musikalischer Arschtritt nach dem anderen, geboren aus der
Wut und den Empfindungen jedes einzelnen Bandmitgliedes.
Ein Cocktail der garantiert nicht jedem genüßlich die Kehle herunter
rinnen wird.
Bericht zur Tschechien-Tour 2004 mit Bildern online
Plattenkritik im Wahrschauer
Plattenkritik bei Outknocked